Intuitives oder strukturiertes Journaling – welcher Journaling Typ bist du und was kannst du bei Schreib-Blockaden tun?

Weshalb Journaln so viele Menschen und was ist das überhaupt?

Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die dieses Tool bereits für sich entdeckt haben und es lieben. Aber vielleicht liest du diese Zeilen auch gerade und fragst dich „was bitteschön ist denn dieses Journaling jetzt schon wieder?“ Journaling bedeutet, Gedanken, Gefühle und innere Prozesse bewusst aufzuschreiben – nicht, um sie dann direkt zu bewerten, sondern um ihnen erst einmal Raum zu geben. Für viele Menschen ist es ein stiller Ort zum Sortieren, Loslassen und Wieder-bei-sich-Ankommen. Das Aufschreiben hilft, das Gedankenkarussell zu verlangsamen, Klarheit zu finden und Emotionen besser zu verstehen. Manche nutzen Journaling als tägliches Ritual, andere greifen nur dann zum Stift, wenn das Leben laut wird. Was all diese Wege verbindet: Journaling schafft Verbindung zu dir selbst – ehrlich, entschleunigt und das ganz ohne Perfektionsanspruch.

Und wenn du dieses effektive Werkzeug der Gedankensortierung bereits für dich nutzt, dann hast du es vielleicht auch schon mal erlebt: Du setzt dich mit deinem Journal hin – voller guter Absichten – und plötzlich bist du blockiert und es will einfach nicht fließen. Was bleibt ist nur die Leere in deinem Journal und dein innerer Druck, produktiv sein zu müssen. Oder der Gedanke: „Irgendwas mache ich hier falsch.“

Dabei liegt es oft gar nicht am Schreiben selbst, sondern an dem Rahmen, den wir dem Journaling Prozess geben. Denn Journaling ist nicht gleich Journaling – und nicht jede Form passt zu jeder Person oder jeder Lebensphase.

Doch lass uns zunächst einmal anschauen, welche beiden Arten des Journalings es in erster Linie gibt und wie sie sich voneinander unterscheiden. Vielleicht bemerkst du hier bereits, welcher Journaling Typ du bist und wie es dir künftig leichter fallen kann.

Typ 1: Intuitives Journaling – Schreiben aus dem Moment heraus

Intuitives Journaling ist wie ein leises Gespräch mit dir selbst – ohne Plan, ohne Ziel und ohne Anspruch. Du öffnest dein Journal und schreibst einfach auf, was gerade da ist: deine Gedanken, Gefühle und Impulse, die hochkommen. Manchmal sind es Bruchstücke, manchmal ist es nur ein Wort aber vielleicht auch mal eine ganze Seite.

Diese Form lebt davon, dass das Journal dir Raum für Inspiration und Kreativität lässt. Viele Menschen greifen hier gern zu einem schlicht gestalteten, offenen Notizbuch, das nicht vorgibt, wie geschrieben werden soll oder die Inhalte versucht in Themen zu pressen. Sie ermöglichen absolut freies Schreiben und volle kreative Entfaltung: ruhig, klar und ohne Druck.

Tipp: Dein leichter Einstieg, wenn du nicht weißt, was kommen will:

Schreibe auf, was dir hierzu spontan einfällt:

  • Gerade fühlt es sich in mir an wie …
  • Wenn ich nichts richtig machen müsste, würde ich jetzt schreiben …

Liebevolle Erinnerung:
Wenn dein Schreiben im Moment ungeordnet wirkt, ist das kein Fehler, sondern ein Zeichen von Echtheit.

So funktioniert intuitives Journaling

Beim intuitiven Journaling geht es nicht darum, etwas „richtig“ zu machen – sondern bei dir anzukommen.
Nimm dir einen Moment, in dem du ungestört bist. Öffne dein Journal, atme ein paar Mal bewusst ein und aus und beginne dann einfach aufzuschreiben, was dir in den Sinn kommt. Am besten ohne nachzudenken.

Du musst nicht wissen, was du schreiben willst. Beginne einfach mit dem, was gerade da ist: ein Gefühl, ein Satz, ein Wort. Lass deine Hand führen, nicht deinen Kopf. Pausen sind erlaubt. Auch Stille gehört dazu.

Was du dafür benötigst, ist erfreulich wenig:
ein Journal mit freien Seiten, einen Stift, einen ruhigen Ort – und deine Erlaubnis, ehrlich zu dir zu sein. Alles Weitere darf dann daraus entstehen.


Strukturiertes Journaling – Halt durch Fragen & Klarheit

Strukturiertes Journaling hingegen gibt deiner Kreativität einen Rahmen. Es schenkt Orientierung und fungiert wie ein roter Faden, der dich beim Erfassen leitet. Die Seiten in solchen Journals sind häufig inhaltlich mit speziellen Formulare fixiert, so dass sie nur noch von dir ausgefüllt werden müssen.

Speziell an Tagen, an denen dir alles zu viel ist, können vorgegebene Fragen oder klare Seitenaufteilungen entlastend wirken. Ein Journal mit sanften Impulsen oder klarer Struktur nimmt dir die Entscheidung ab, wo du beginnen sollst. Es unterstützt dich dabei, dass du keine wichtigen Aspekte vergisst und es sorgt dafür dass eine gewisse Vergleichbarkeit und Verfolgung einer Entwicklung dadurch möglich ist, dass du selbe Aspekte über einen bestimmten Zeitraum übersichtlich festhältst.

Viele Nutzer schätzen hier Journals, die:

  • übersichtlich aufgebaut sind
  • genug Freiraum lassen
  • aber dennoch einen roten Faden anbieten

Auch dafür eignen sich strukturierte Journals aus meiner eigenen Kreation – besonders für Menschen, die neu mit dem Journaling beginnen oder sich schnell überfordert fühlen. Hier eine kleine Auswahl spiritueller Journals:

Beispielfragen für einen einfachen, strukturierten Einstieg:

  • Was beschäftigt mich heute am meisten?
  • Was darf heute leicht sein?
So läuft strukturiertes Journaling sanft und alltagstauglich ab

Strukturiertes Journaling schenkt dir Halt, wenn du ihn brauchst und dich von Kreativitätszwang überforder fühlst. Du beginnst hier nicht bei einer leeren Seite, sondern bei einer Frage, einem Impuls oder einer klaren thematischen Seitenstruktur. Das nimmt Druck und hilft dir, in einen ruhigen Schreibfluss zu kommen.

Plane dir bewusst einen kleinen Zeitrahmen ein – fünf bis zehn Minuten pro Tag reichen völlig. Lies die Frage oder betrachte die Inhalte des Formulars, lass sie kurz wirken und antworte so, wie es sich heute stimmig für dich anfühlt. Du musst nicht alles ausfüllen, nicht perfekt formulieren oder zwanghaft tief gehen.

Alles, was du brauchst, ist ein Journal mit passender Struktur zu deinem Thema, ein Stift und die Bereitschaft, dir selbst zuzuhören. Struktur darf hier Orientierung sein, jedoch kein Zwang.


Welcher Journaling-Typ bist du – heute?

Du musst dich nicht festlegen welcher Typ du bist, denn morgen kann schon alles ganz anders sein. Aber für den jetzigen Moment, darfst du mal in dich hinein spüren und folgende Anhaltspunkte wirken lassen.

Du neigst eher zum intuitiven Journaling, wenn:

  • Schreiben für dich Ausdruck ist
  • du dich schnell eingeengt fühlst
  • leere Seiten dich eher einladen als verunsichern
  • du in der Regel vor Kreativität oder Schreibfreude sprühst

Du neigst eher zum strukturierten Journaling, wenn:

  • du Klarheit brauchst, um dich zu öffnen
  • Fragen dir Sicherheit geben
  • Rituale dir guttun
  • dir die Kreativität fehlt, alle wichtigen Aspekte eines Themas festzuhalten

Nicht „Entweder – Oder“ sondern „und“. Viele finden ihre Balance tatsächlich, indem sie beides verbinden: Ein strukturiertes Journal für den Alltag oder ein ganz konkretes Thema – und ein freies für alles, was keinen Rahmen braucht. Warum also nicht mehrere Journals nutzen ;-).


Wenn Blockaden auftauchen und was sie dir eigentlich sagen wollen

Journaling zu betreiben ist wie eine Sportart auszuüben. Wir sind nicht jedes Mal gleich gut oder gleich motiviert. An manchen Tagen läuft es richtig rund und an anderen stockt es. Häufig beginnt in solchen Momenten dann unser Kopf zu meckern mit Sätzen wie:

„Ich weiß nicht, was ich schreiben soll.“ „Mir fällt heute einfach nichts ein“.
„Ich halte das doch nie so lange durch.“
„Auf die leere Seite starren, motiviert mich nicht.“

Solche Blockaden sind kein Zeichen von fehlender Kreativität oder Schwäche. Oft sind sie einfach ein Zeichen dafür, dass deine Art des Journalings und deine Bedürfnisse hier gerade nicht zusammenpassen.

Was kannst du in so einem Fall tun?

Ein paar hilfreiche Tricks für solche Momente:

  • Wechsle von freien Seiten zu einer einzelnen Frage
  • Erlaube dir Stichworte statt ganzer Sätze – es muss nicht perfekt sein
  • Nutze dein Journal nicht täglich – sondern ehrlich und immer nur dann, wenn du das Bedürfnis danach hast

Manchmal hilft auch ein neues Journal, nicht aus Konsumlust, sondern als innerer Neustart. Ein frisches Buch kann sich anfühlen wie: „Ich darf nochmal neu beginnen.“ Und wenn du feststellst, dass dein Journal sich einfach nicht füllen möchte, dann ist es auch völlig in Ordnung, wenn du das Thema erstmal für einige Zeit beiseite legst. Denn manchen Menschen taugt dieses Tool schlichtweg gar nicht – und das ist völlig in Ordnung. Vielleicht ist jetzt einfach noch nicht die Zeit für dich dafür und du versuchst dich in ein paar Monaten oder Jahren nochmal daran.

Journaling ist kein System – sondern (d)eine Beziehung

Abschließend möchte ich einfach nochmal zusammenfassen: Dein Journal ist kein Projekt, kein Hausaufgabenheft und auch keine Fußfessel. Es ist einfach dein Begleiter: Es ist da, wenn du es brauchst, aber niemand verpflichtet dich es täglich zu nutzen (außer vielleicht du selbst).

Das bedeutet:

Du darfst Seiten überspringen.
Du darfst mittendrin aufhören.
Du darfst das Journal wechseln, wenn sich dein Inneres verändert.

Ob frei oder geführt, schlicht oder strukturiert – das richtige Journal ist immer genau das, das dich motiviert zurückzukommen und weiterzuschreiben.


Kleine Inspiration für dich

Wenn du auf der Suche nach Journals bist, die ohne Leistungsdruck, mit viel Raum für Gefühl und Klarheit gestaltet sind, findest du eine Auswahl meiner eigenen Journal Kreationen zu vielen spirituellen Themen – vielleicht wartet dort genau das Buch auf dich, das dein Schreiben gerade braucht. Viel Spaß beim Stöbern!

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